Vorsicht bei häufigen Kurzerkrankungen ! Wenn die Prognose dafür spricht, dass es weiter zu Erkrankungen kommt und darüber hinaus damit zu rechnen ist, dass Entgeltfortzahlungskosten über den jährlichen 6-Wochen-Zeitraum hinausgehen,  dann ist eine krankheitsbedingte Kündigung möglich. Aber nochmals Vorsicht! Die Kündigung muss das mildeste Mittel sein, das heißt der Arbeitgeber sollte zuerst überprüfen, ob die Beschäftigung auf einem leidensgerechten Arbeitsplatz weiterhin möglich ist (betriebliches Eingliederungsmangement). Wurde ein solches nicht durchgeführt, muss der Arbeitgeber beweisen, dass es im Falle der Durchführung nutzlos gewesen wäre. Fazit: Eine krankheitsbedingte Kündigung ist kein Selbstläufer, auch wenn einn Arbeitnehmer über erhebliche Zeiträume erkrankt war.

Ralf Schwitzgebel
Fachanwalt für Arbeitsrecht
BKS Rechtsanwälte, Mainz 10.08.2016

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